Projekt
Hochschule für Fernsehen und Film und Staatliches Museum für Ägyptische Kunst - Neubau

IMP-Leistungen
LPH 6 - 8 selbst und vollständig erbracht
Gesamtbaukosten
99 Mio. € (KGR. 200 - 700)
Leistungsdauer
2007 - 2011
Auftraggeber
Staatliches Bauamt München 2
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Hochschule für Fernsehen und Film und Staatliches Museum für Ägyptische Kunst - Neubau

Auf dem Grundstück zwischen Barer-, Gabelsberger- und Arcisstraße entstand nach aufwändigem Abbruch der Altbebauung zwischen 2007 und 2011 der gemeinsame Neubau der Hochschule für Fernsehen und Film und des Staatlichen Museums für Ägyptische Kunst. Die zweischalige Fassade des Neubaus der HFF wurde in Gliederung, Proportion, Material und Form der gegenüberliegenden Alten Pinakothek angepasst, jedoch auf moderne Weise gestaltet. So wurde der Sockel als ca. 10 m hoher und ca. 100 m langer monolithischer Block in neuartigem Schüttlagenbeton ausgebildet, der in Gestaltung und technischer Ausführung in dieser Form ein Novum darstellt. Er trägt wie ein massiver Felsen die gewaltige 3-geschossige Stahlbeton-Verbund-Konstruktion der Obergeschosse, die durch eine 2-schalige Glasfassade nach außen wie ein homogener liegender „Glasbalken“ wirkt. Eingegraben wie eine Ausgrabungsstätte liegt das Staatliche Museum für Ägyptische Kunst. Eine gewaltige Portalwand in eingefärbtem Sichtbeton, welche an die Eingangspylone ägyptischer Tempel erinnert, markiert den Eingang des Museums. Funktionsbereiche: Vorlesung/Hörsäle/Seminare, Film-Vorführräume, Filmproduktion, Kindergarten, Küche/Cafeteria, Museum, Bibliothek, Archive, Tiefgarage. 2 Bauabschnitte für Hochschule für Fernsehen und Film und Staatliches Museum für Ägyptische Kunst. Technikanteil: 22,5 Mio. € brutto KGr. 400 = 38 % von KGr. 300 + 400

Objektüberwachung durch IMP / Besonderheiten des Projektes

Die IMP Ingenieure wurden mit den Leistungsphasen 6 - 8 gem. HOAI §15 beauftragt. Aufgrund der Komplexität des Projekts und der teilweise unzulänglichen Planung des Architekten mussten wir in erheblichem Umfang auch steuernd in die Leistungsphase 5 eingreifen. Aufgrund der häufigen Umplanungen, zusätzlichen und oft schwankenden Nutzerwünsche sowie technischer Zwänge und behördlicher Auflagen wurde ein umfangreiches Änderungsmanagement betrieben. Laufende Soll-Ist-Vergleiche sowie Prognosebetrachtungen bei Kosten und Terminen gaben dem Bauherrn und uns Sicherheit hinsichtlich der Entwicklung des Gesamtbudgets, der erforderlichen Investitionsmittel sowie der Fertigstellung der Baumaßnahme.

Um die unter anderem aus den ständigen baubegleitenden Hochbau-Planungsänderungen, der Insolvenz zweier Gewerke sowie der technischen Komplexität resultierenden Verzögerungen teilweise auffangen zu können, wurden auf Initiative von IMP, in Abstimmung mit dem AG, folgende BESCHLEUNIGUNGSMASSNAHMEN ergriffen:

  • 1. Betonage von Decken mit frühfestem Beton für schnelleren Beginn der Fassadenbauarbeiten
  • 2. Betonage der obersten Decke HFF gleich mit Gefälle im Rohbeton, um Dach früher abdichten zu können
  • 3. Vorzeitiger Beginn der Trockenbauarbeiten im 3.- 5. OG durch Stellung der Unterkonstruktionen ohne Beplankung
  • 4. Gerüstausbildungen erfolgten grundsätzlich in Abstimmung mit allen beteiligten Gewerken inkl. TGA, um mehrfaches Auf-/ Abbauen zu minimieren
  • 5. Häufiger Einsatz von schnell erhärtendem Zementestrich für zügiges Weiterarbeiten der Nachfolgegewerke
  • 6. Gezielte Aufstockung von Personal + Gerät sowie längere Arbeitszeiten bei zeitkritischen Gewerken
  • 7. Infolge intensiver + konsequenter Qualitätskontrolle der Hochbaufirmen wurde eine überdurchschnittlich gute Ausführungsqualität der Bauleistungen durch IMP sichergestellt
  • 8. Lösung statischer Fassadenprobleme: Durch Ausführung einer Vorabballastierung auf alleiniger Initiative der IMP - Objektüberwachung, konnten absehbare, gravierende Schäden (Spannungsrisse) an der Glasfassade verhindert werden (Statiker + ausführende Firma konnten keine Problemlösung für die max. zulässige Durchbiegung von 12 mm finden - berechnet gem. ursprünglicher Planung war eine Verformung von 24 mm)
  • 9. Zusätzliche, exzessive Zuarbeit für den Bauherrn im TGA-Bereich, um enorme Planungs- und Überwachungsdefizite der TGA-Planer zu kompensieren

Der Hochschulbetrieb konnte planmäßig aufgenommen werden.