Projekt
Pfarrkirche mit Glockenträger in Poing - Neubau

IMP-Leistungen
AHO § 205 / Projektsteuerung, Stufen. 2 - 5
Gesamtbaukosten
14,6 Mio. € (KGr. 200 - 700)
Leistungsdauer
2012 - 2017
Auftraggeber
Erzbischöfliches Ordinariat München
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Pfarrkirche mit Glockenträger in Poing - Neubau

 

Das Kirchenzentrum Seliger Pater Rupert Mayer in Poing besteht aus zwei Baukörpern (Kirche und Glockenturm). Bei den Baukörpern handelt es sich um reine Neubauten. Zusammen mit dem bestehenden benachbarten Pfarrheim bilden die Baukörper das neue katholische Kirchenzentrum für die wachsende Gemeinde.

Das neue Kirchenhaus besitzt einen quadratischen Grundriss mit den größten Abmessungen von ca. 28,10 x 28,10 m (Rohbaumaße). Die max. Höhe über Gelände des Gebäudes misst ca. 28 m.

Stark geprägt wird der Baukörper durch seine Dachform, die laut Wettbewerbsentwurf der Architekten das Bild eines Kristalls widerspiegelt. Die drei aus der Dachfläche aufsteigenden pyramidenstumpfartigen Dachflächen bringen mit ihren Öffnungen in unterschiedliche Höhe Licht durch drei „Lichtkanonen“ in den Innenraum der Kirche. Die Dachflächen werden mit weißen Kacheln aus Keramik Formteilen belegt. Die Gestaltung der Außenflächen wird geprägt durch ein 4 m hohes Sockelgeschoss mit Natursteinverkleidung, welches sich mit einem in Teilbereichen verlaufenden Sichtbetonbandes von den aufgehenden und ebenfalls mit Kacheln bekleideten weiteren Wandflächen absetzt.

Der von seiner Gestaltung her sehr kompakte Baukörper der Kirche kann übergeordnet in drei Konstruktionseinheiten aufgegliedert werden:
- Gründung des Baukörpers auf elastisch gebetteten umlaufenden Fundamentplatten
- Doppelschalige Stahlbeton-Außenwand-Konstruktionen mit den horizontal liegenden Abfangträgern in
Stahl-Verbund-Bauweise auf Ebene + 11,00
- Stahlkonstruktion der geneigten Dachflächen über dem Kirchenraum mit aufgelegten Leichtbetonplatten

Der für sich stehende Glockenturm als reine Stahlbeton-Konstruktion besitzt die max. Abmessungen von ca. 8,50 x 4,15 m. Die max. Höhe über Gelände misst hofseitig 9,80 m und zur öffentlichen Erschließungsfläche 13,20m.

 

Besonderheiten - Leistungen IMP - Projektsteuerung

Prägendes und identifizierbares Zeichen wird die bewegte, mit weißen Kacheln bekleidete Dachlandschaft. Dadurch wird dieser Sonderbau zur weithin sichtbaren Stadtkrone von Poing. Die besonders geformten Kermikkacheln und deren Befestigung auf der Unterkonstruktion benötigen eine Zustimmung im Einzelfall (ZiE) für den Verwendbarkeits- und Standsicherheitsnachweis.

Das Kernstück für die gesamte Gebäudeaussteifung bildet die Außenwandkonstruktion. Diese stellt sich als zweischalige Wandkonstruktion mit einer Spreizung von ca. 1,5 – 2,2 m dar. Die zweischalige Wandkonstruktion besteht im äußeren Bereich aus der umlaufenden, im Quadrat der Kirchengeometrie angeordneten 35 cm starken Wand und im Inneren aus der dem Kirchenraum folgenden (aus akustischen Gründen leicht abgewinkelten) Innenwandschale. Die innere und äußere Schale werden über Geschossdecken und senkrechten Wandschotten miteinander verbunden. Damit entsteht sowohl ein vertikal als auch horizontal biegesteifes Tragsystem, welches unabhängig von der Dachkonstruktion für sich standsicher ist.

Für den Lastabtrag der Dachkonstruktion werden zusätzlich auf Ebene + 11,0 m horizontal liegende Stahlverbundträger eingebaut, welche sich im biegesteifen Verbund mit den Wänden befinden. Diese Verbundträger werden im Zuge des Wandaufbaus bereits mit eingebaut und stellen nach Fertigstellung der Wandkonstruktion gemeinsam mit den Wänden die Auflagerpunkte für die Stahlkonstruktion des Dachtragwerks dar.
Auf die bzw. an die vorbeschriebene Stahlbeton-Konstruktion wird ein Stahlgerüst aufgebaut. Dieses Stahlgerüst wird in seiner Geometrie, ähnlich wie bei einem Holzdachstuhl, mit Sparren, Pfetten, Grat- und Kehlsparren konstruiert. Die „Stahlsparren“ werden mit 14 cm starken Leichtbetonplatten belegt. Auf diese Dachplatten wird dann der weitere Dachaufbau mit Abdichtung, Wärmedämmung und der Dacheindeckung mit Kacheln aufgebaut.

Vor Entscheidung zum Baubeginn bzw. zur Beauftragung der ausführenden Firmen wurde ein „60%-Paket“ aus Rohbau, Technik und Fassadenkonstruktion gebildet, geplant und ausgeschrieben, um das Kostenrisiko zu minimieren.

Die Integration von Kunst im Kirchenraum ist ein wichtiger Bestandteil der Aufgabenstellung.