Projekt
Schloss Herrenchiemsee - Sanierung Nordflügel

IMP-Leistungen
Objektüberwachung
Gesamtbaukosten
7,0 Mio. € (KGr. 200 - 700)
Leistungsdauer
2009 - 2011
Auftraggeber
Staatliches Bauamt Rosenheim
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Schloss Herrenchiemsee - Sanierung Nordflügel

Nach dem Erwerb der Herreninsel im Jahre 1873 wurde das Neue Schloss unter König Ludwig II. in den Jahren 1878 bis 1885 erbaut. Der Bau wurde von Georg Dollmann entworfen, nach dessen Plänen auch die Repräsentationsräume und das Treppenhaus bis zum Jahre 1881 ausgestattet wurden. Die königlichen Wohnräume entstanden ab 1884/1885 nach den Plänen von Julius Hoffmann. Ein Großteil der Räume verblieb im Rohbauzustand. Der Tod Ludwigs II. im Jahre 1886 bedeutete das Ende der Baumaßnahme.
Dem Planungskonzept lag im Wesentlichen die Sanierung des bisher nicht ausgebauten Nordflügels des Schlosses zugrunde. Der hierin enthaltene Teil befand sich weitestgehend im Rohbauzustand. Zur Unterbringung moderner Besuchereinrichtungen sollten nun Teilbereiche in Keller-, Erd- und Obergeschossen ausgebaut werden. Ferner wurde eine Stahltreppe im Innenhof zur Erschließung der Obergeschosse eingebaut und das unvollendete Treppenhaus für multifunktionale Nutzungen hergerichtet. Um den Rohbaucharakter der Innenräume zu bewahren, wurden u. a. ausgebaute historische Ziegel gereinigt und bei der Erstellung / Ergänzung von Wänden und dem Schließen von Öffnungen wieder genutzt. Fehlböden wurden ausgesaugt, schadstoffbelastete Unterdecken entfernt sowie schadhafte Deckenbalken / Deckenbalkenköpfe in Teilbereichen erneuert.

Objektüberwachung durch IMP / Besonderheiten des Projektes

Mehrere Besonderheiten des Projektes, die hohe Anforderungen an die Koordination und Überwachung der Bauabwicklung stellten, mussten durch die IMP-Objektüberwachung bewältigt werden:

  • 1. Die Eingriffe in die Bausubstanz erfolgten während des laufenden Museums- sowie zeitweise Konzert- und Filmbetriebs, die durch die Baumaßnahme nicht tangiert werden durften.
  • 2. Eine weitere Besonderheit der Baustelle ergab sich auch aus der Insellage, die hohe Anforderungen an die Baulogistik stellte.
  • 3. Sowohl in den Dachgeschoss- als auch in den Kellerräumen siedelten Fledermäuse, die nach europäischem Artenschutzrecht geschützt sind. Durch die Baumaßnahme durften diese nicht beeinträchtigt werden, teilweise musste der Bauablauf daher auf deren jahreszeitlichen Gewohnheiten abgestimmt werden.

Die kritische Terminsituation zum Ende der Bauzeit, verursacht durch mangelhafte Ausführungsleistungen und daraus resultierenden Teilkündigungen einzelner Firmen, durch die schwierige Bestandssituation sowie durch vergaberechtliche Probleme, wurde durch die Erhöhung des Personaleinsatzes seitens IMP sowie durch intensives Einwirken auf den Bauablauf kompensiert.
So erfolgte u. a. die Fertigstellung der einzelnen Ausstellungsräume raumweise, in direkter Abstimmung mit dem Ausstellungsbauer, so dass die Übergabe an den Nutzer zum geplanten Ausstellungstermin realisiert werden konnte.